Studie zu digitalen Vernetzungsplattformen im deutschen Gesundheitswesen

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Plattformen Typologie

Zwischenergebnis aus dem Workshop I – Kontext, Definitorik und Typologie

Während in der Literatur verschiedene, branchenunabhängige Definitionen für Plattformen bestehen, müssen diese auf das Gesundheitssystem angepasst werden. Es wurden folgende, angepasste Definitionen entwickelt:

I. Entwicklungs- und Produktplattformen

Stellen ein Set an (technischen) Komponenten bereit, welches die Entwicklung von Produkten und/oder Services ermöglicht. Komponenten können dabei Software oder Softwarebausteine und Dienstleistungen, wie z.B. Hardwarebereitstellungen, sein.

II. Integrationsplattformen

Legen den Fokus auf die Vernetzung von verschiedenen Systemen und bieten entsprechend standardisierte Schnittstellen an. Systeme können dabei unterschiedlichste Softwarelösungen und Plattformen sein.

III. Vernetzungsplattformen

Stellen die Transaktion in den Vordergrund und ermöglichen den Austausch zwischen verschiedenen Akteuren.

Weitere Erkenntnisse:

  • Für die Dreiteilung der Akteure im Gesundheitswesen und die regulatorischen Vorgaben, werden weitere Merkmale hinsichtlich Wertschöpfung und Innovation benötigt.
  • Sowohl einzelne Zielgruppen (Bürger, Leistungserbringer, Finanzier/Kasse), insbesondere auch für die Kombination mehrerer Zielgruppen sind zentrale Merkmale für die Definition von Plattformen.
  • Zusammen mit den Transaktionen (Verwaltung, Versorgung, Kommunikation, Daten, Tarif) wird es möglich, über Wertschöpfung der Plattformen zu diskutieren.
  • Da die Akzeptanz von Plattformen relevante Auswirkungen auf Versorgungsketten hat, wurde während der Untersuchung ein Fokus auf die Nutzer und deren Akzeptanz gelegt.
  • Die Anzahl verschiedener Akteursgruppen (“same-sided, cross-sided, multisided”) hat einen Einfluss darauf, ob längere oder flexible Versorgungsketten über digitale Versorgung abgebildet werden können.
  • Dies hat zur Voraussetzung, dass eine hinreichende Verbreitung (Marktanteile bzw. Marktzugang) und Akzeptanz der Nutzer (Nutzungshäufigkeit) ermöglicht wird.

Durch die Untersuchung und Beobachtung der Marktsegmente wurden Erkenntnisse über deren Aktivität bzw. Inaktivität gesammelt.

  • Insbesondere in sich überschneidenden Wertschöpfungs-Sphären wie z.B. Terminvergabe und Videokonsilen zwischen Patient und Leistungserbringer gibt es ein reichhaltiges Plattformangebot.
  • Interoperabilität und Offenheit sind Voraussetzungen für ein einheitliches Angebot aus Nutzerperspektive


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