Entwicklung eines Reifegradmodells für Krankenkassen | Kooperationsprojekt mit der Uni Osnabrück & Uni Malmö

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Kooperationsprojekt Entwicklung eines Reifegradmodells

Entwicklung eines Reifegradmodells

Die Digitalisierung von Prozessen, Kommunikation, Informationsflüssen und Daten ist ein starker Treiber des gesellschaftlichen Wandels – auch des Gesundheitswesens. Unternehmen und öffentliche Einrichtungen stehen in diesem Kontext einer Vielzahl an unterschiedlichen Herausforderungen und Barrieren gegenüber, die digitale Transformation verhindern oder verlangsamen. Diese Barrieren müssen individuell identifiziert werden, um zielgerichtet Lösungen zur Überwindung zu entwickeln. Genau hier setzen Reifegradmodelle als Analyseinstrument an.

Auch die Krankenversicherer in Deutschland geraten zunehmend unter Druck: Der demographische Wandel wirkt sich auf die Versicherten- und die Angestelltenstruktur aus, die Kosten der Versorgung bleiben weiter ansteigend und die Corona-Krise hat die Einnahmesituation zusätzlich erschwert. Gleichzeitig wächst die Erwartungshaltung mit Bezug auf den Digitalisierungsgrad:  In den zurückliegenden und bevorstehenden Jahren waren und sind zahlreiche Reformen und digitale Vorhaben zu stemmen. Die ePA-Roadmap 2.0 / 3.0 ist gesetzt, und auch die Telematikinfrastruktur erhält mit der TI 2.0 eine Rundumerneuerung – Arena und Wettkampffelder nehmen Gestalt an. Die regulatorischen Rahmenbedingungen ermöglichen darüber hinaus die Auswertung von Sozialdaten zur Unterbreitung individueller Versorgungsleistungen. Die Nutzung dieses Spielraums bedarf aber auch entsprechend prozessualer Voraussetzungen. Es stellt sich die Frage: Sind die Krankenversicherer in der Lage, diese vom Gesetzgeber vorgedachten neuen Optionsräume auch zu nutzen?

Projektziele: Ganzheitliche und detaillierte Messung des digitalen Reiferades

Gemeinsam mit unserem Hochschul-Kooperationspartner entwickeln wir ein anwendungsorientiertes Reifegradmodell, das die digitale Transformation einer Organisation im Gesundheitswesen ganzheitlich und zugleich detailliert messbar macht. Eine Messung des Digitalen Reifegrades der Krankenversicherungen soll uns Anhaltspunkte zur Anwendbarkeit des Reifegradmodells geben. Anvisiert werden erste Rückschlüsse auf die technischen Voraussetzungen aufseiten der Kassen zur Meisterung der genannten Herausforderungen und die Fortschritte bei der Überwindung von Barrieren sowie der Digitalisierung in speziellen Unternehmensbereichen. Angedacht ist, das Reifegradmodell über ein Online-Tool zur freien Nutzung und Selbsteinschätzung der eigenen Organisation zu veröffentlichen.

Unser Kooperationspartner: Uni Osnabrück und Malmö

Das Kompetenzzentrum Digitale Transformation der Uni Osnabrück, erforscht Treiber, Barrieren, Erfolgsfaktoren und Auswirkungen der digitalen Transformation in Organisationen verschiedener Sektoren. Hierbei verfolgen sie das Ziel, praktikable Managementlösungen und -methoden zu entwickeln, die den digitalen Transformationsprozess antreiben und begleiten. Als Praxispartner unterstützen wir das Forschungsprojekt zur Reifegradmodellentwicklung. Weitere Informationen finden Sie auch auf der Website unseres Kooperationspartners Kompetenzzentrum Digital Transformation.

Projektvorgehen: Digitales Reifegradmodell

Im Rahmen einer quantitativen und qualitativen Befragung über Fragebogen und explorative Interviews von Verantwortlichen für Digitalisierung und Versorgung in Krankenkassen, die von _fbeta im Sommer 2021 durchgeführt wurde, konnten erste Rückschlüsse auf die prinzipielle Umsetzbarkeit, die Einordnung des Erkenntnisumfangs und auftretende Stolpersteine gewonnen werden.

Diese Mixed-Method-Befragung bildete die erste Ausbaustufe der Entwicklung eines wissenschaftlich-fundierten, zugleich praxiserprobten Reifegradmodells:

  1. Explorative Phase: Durchführung der qualitativen Tiefeninterviews + Ergänzung durch qualitative und quantitative Fragenbögen [abgeschlossen]. Ergebnisse finden Sie hier.
  2. Konzeptionelle Phase: Entwicklung eines fundierten Reifegradmodells unter Einbezug der Erkenntnisse der explorativen Phase. Zuschnitt der in der Literatur publizierten Reifegradmodelle für Public Health [laufend]
  3. Quantitative Phase: Gut skalierbare Erhebung mittels qualitativer/quantitativer Fragenbögen [geplant | voraussichtlich Q2, Q3 2022]
  4. Publikation des Reifegradmodells für Krankenkassen [geplant | voraussichtlich Q4 2022]

Ansprechpartner bei _fbeta

Tillmann Vatter | E-Mail: tillman.vatter@fbeta.de

Dr. Britta Koch | E-Mail: britta.koch@fbeta.de

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