Die Regulatorik-Timeline
Pharma Dialog
Schwerpunkt: AMNOG-Reform
- Weiterentwicklung des AMNOG über das BStabG hinaus: Mit dem Pharma- und Medizintechnikdialog hat die Bundesregierung einen Prozess zur Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen für Arzneimittelversorgung, Innovation und industrielle Gesundheitswirtschaft gestartet. Für die pharmazeutische Industrie stehen dabei insbesondere die sogenannten „Herbstthemen“ im Mittelpunkt.
- Besondere Therapiesituationen stärker berücksichtigen: Künftig soll regelhaft geprüft werden, ob Studien höchster Evidenzstufe tatsächlich möglich und angemessen sind. Ziel ist keine Absenkung des Evidenzanspruchs, sondern eine regelgeleitete Berücksichtigung der bestmöglichen verfügbaren Evidenz – unter Einbeziehung von Zulassungsbehörden, Fachgesellschaften und wissenschaftlichen Experten.
- Verlässlichkeit der zweckmäßigen Vergleichstherapie erhöhen: Die Industrie kritisiert, dass im Rahmen der G-BA-Beratung abgestimmte Vorgaben im weiteren Verfahren verändert werden können und dadurch Investitionen in Studien sowie die Erstellung von Nutzendossiers an Planungssicherheit verlieren
Einordnung: Im Zentrum des Pharmadialogs stehen damit insbesondere Fairness, Planbarkeit und Praxistauglichkeit der Nutzenbewertung – und die Frage, wie das AMNOG-System über die bereits mit dem BStabG beschlossenen Anpassungen hinaus strukturell weiterentwickelt wird.
Beitragsstabilisierungsgesetz (BStabG)
Kostendämpfung- und Strukturanpassung
- Leitplankenregelung und Kombinationsabschläge entfallen: AMNOG- Grundprinzip gilt wieder stärker: Nachgewiesener Zusatznutzen führt zu höherem Erstattungsbetrag; administrativ aufwendigen Kombinationsabschläge werden abgeschafft.
- Finanzielle Belastungen für die Industrie steigen: Ausgeweitete Herstellerrabatte, die Verlängerung des Preismoratoriums und zusätzliche Rabatte auf Impfstoffe erhöhen den Kostendruck auf pharmazeutische Unternehmen.
- Preisbildung und Wettbewerb werden neu justiert: Verschärfte Preis-Mengen-Regelungen nach § 130b SGB V und exklusive Rabattverträge für therapeutisch vergleichbare patentgeschützte Arzneimittel nach dem neuen § 130e SGB V schaffen neue Anforderungen an Preis-, Erstattungs- und Portfoliostrategien.
Einordnung: In einem international zunehmend intensiven Wettbewerb um pharmazeutische Investitionen, Forschung und Produktion setzt Deutschland mit dem BStabG vor allem auf weitere Ausgabenbegrenzung – und verschärft damit die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Pharmaunternehmen im deutschen Markt
ApoVWG (Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz) / GSAV
- Weitreichende Austauschbarkeit von Biosimilars: Mit dem GSAV wurden die Weichen für eine weitreichende Austauschbarkeit von Biosimilars gestellt. Der G-BA hat diese zunächst für parenterale Zubereitungen zur unmittelbaren ärztlichen Anwendung und anschließend auch für weitere biotechnologisch hergestellte biologische Fertigarzneimittel geregelt.
- Exklusive Rabattverträge für zwei Jahre untersagt: Mit dem ApoVWG vom 22. Mai 2026 wurden exklusive Rabattverträge für Biosimilars für zwei Jahre untersagt. Damit wird es zunächst vor allem Open-House-Verträge geben – mit Ausnahme von Ausschreibungen, die bereits vor dem ApoVWG erfolgt sind.
- Wettbewerb verschiebt sich kurzfristig: Der Wettbewerb im Biosimilarmarkt verschiebt sich damit zunächst von exklusiven Rabattvertragsmodellen hin zu einem breiteren Preis- und Versorgungswettbewerb.
Einordnung: Die strategische Bedeutung der durch den GSAV geschaffenen Austauschbarkeit bleibt perspektivisch unverändert hoch.
_aktuelles
Einschätzungen & Analysen

Von der freien Arzneimittelwahl zur kassenindividuellen Positivliste?
Die geplanten Rabattverträge für patentgeschützte Arzneimittel markieren einen grundlegenden Richtungswechsel in der Arzneimittelversorgung
Mit dem Beitragsstabilisierungsgesetz (BStabG) will die Bundesregierung erhebliche Einsparungen in der gesetzlichen Krankenversicherung erzielen. Der Kabinettsentwurf liegt inzwischen vor; die zweite und dritte Lesung im Bundestag sind für den 10. Juli vorgesehen. Aus Herstellersicht erfreulich ist, dass die umstrittenen Leitplankenregelungen sowie der bürokratisch aufwendig zu ermittelnde Kombinationsabschlag entfallen sollen.
Regulatorische Entwicklungen verstehen. Besser entscheiden. Früher handeln
Neue Gesetze und politische Initiativen verändern die Rahmenbedingungen für Marktzugang, Preisbildung, Erstattung und Evidenz.
Wir übersetzen diese Entwicklungen frühzeitig in ihre konkreten Auswirkungen für Ihr Unternehmen – und zeigen, wo Handlungsbedarf, Risiken und neue strategische Optionen entstehen.
Orientierung gewinnen
Komplexe regulatorische Entwicklungen übersetzen wir in konkrete Auswirkungen auf Portfolio, Pipeline und Geschäftsmodell.
Zeit sparen
Wir übernehmen Recherche, Analyse und Bewertung regulatorischer Entwicklungen und liefern Informationen kompakt und verständlich.
Vorbereitet sein
Frühzeitige Einordnung schafft Spielraum, um Maßnahmen einzuleiten, bevor aus Entwicklungen konkrete Herausforderungen werden.
Sicherheit schaffen
Wir identifizieren Risiken für Market Access, Pricing, Erstattung und Evidenzstrategien und zeigen belastbare Handlungsoptionen auf.
Positionen entwickeln
Gemeinsam mit ihnen erarbeiten wir Ihre Positionierung und unterstützen Sie, die regulatorischen Diskussionen aktiv mitzugestalten.
Unterstützung entlang des gesamten regulatorischen Entscheidungsprozesses
- Regulatorische Lageeinschätzungen
- Politische und regulatorische Impact-Analysen
- Strategie- und Positionsworkshops
- Entwicklung von Positionspapieren und White Papers
- Stakeholder- und Umfeldanalysen
- Handlungsempfehlungen für Market Access, Pricing und Reimbursement
- Begleitung regulatorischer und gesundheitspolitischer Vorhaben
Expertise aus Politik, Regulierung und Arzneimittelmarkt
Hans-Holger Bleß begleitet und analysiert gesundheitspolitische und regulatorische Fragestellungen seit vielen Jahren. Seine Arbeit verbindet politische Einordnung mit einem tiefen Verständnis der Rahmenbedingungen des Arzneimittelmarktes.
Dabei arbeitet er nicht allein. Je nach Fragestellung fließen zusätzlich Perspektiven aus Gesundheitsökonomie, Market Access, Pricing, Digital Health, Versorgungsforschung und Datenanalyse ein. So entstehen nicht nur regulatorische Einschätzungen, sondern fundierte Analysen, die politische, wirtschaftliche und versorgungsbezogene Auswirkungen gleichermaßen berücksichtigen.
Vorträge und Veranstaltungen
Vortrag: Epidemiolgie und Versorgungssituation der Herzkreislauf-Prävention – bekommt das Gesunde Herz Gesetz eine zweite Chance?
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06.- Oktober 2026 | Gesundheitsforen Leipzig. User Group „Neue Wege in der Pharmaindustrie“
Vortrag: BStabG – Einfluss auf die Arzneimittelversorgung
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14. Oktober 2026 | MSD Gesundheitsforum
Vortrag: DMPs neu denken – from Paper to Performance: Wie wir Wirkung und Effizienz strukturierter Versorgung verbessern können

Hinter jedem Gesetz stehen politische Ziele, Interessen verschiedener Akteure und oft lange Diskussionen. Wer die Auswirkungen neuer Regelungen verstehen möchte, muss deshalb nicht nur den finalen Gesetzestext betrachten, sondern auch die Entwicklungen, die dorthin geführt haben.
Sprechen wir darüber, wie Sie daraus konkrete Impulse für Strategie, Produkt oder Kommunikation ableiten.
So arbeiten wir

