Warum die Cloud für den Betrieb moderner IT-Architekturen in der GKV unerlässlich ist

Moderne IT-Architekturen sind längst keine rein technische Angelegenheit mehr. Sie sind ein strategischer Faktor für die Zukunftsfähigkeit von Organisationen – besonders im Gesundheitswesen, wo (IT-)Sicherheit, Effizienz und zunehmend Anpassungsfähigkeit eine entscheidende Rolle spielen.
IT am Limit: Neue Anforderungen verlangen neue Ansätze
Die Digitalisierung ist inzwischen auch im Gesundheitswesen angekommen, doch viele IT-Systeme in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) stoßen an ihre Grenzen. Stabile aber starre, teilweise in die Jahre gekommene Systeme kämpfen mit wachsendem Datenvolumen, hohen Sicherheitsanforderungen und dem Druck, innovative digitale Services möglichst rund um die Uhr zu ermöglichen. Gleichzeitig wächst der Bedarf an Automatisierung und personalisierten Services, die durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und Datenanalysen unterstützt werden könnten. Eine Vielzahl von neuen Anforderungen aus diversen Richtungen erhöht den Druck auf die IT-Systeme zusätzlich und in immer kürzeren Intervallen.
Eine zentrale Frage rückt dabei in den Fokus: Wie können Krankenkassen den Spagat zwischen regulatorischen Vorgaben, Kostendruck und technologischer Innovation schaffen? Die Antwort liegt in einem Paradigmenwechsel – hin zu einer modernen, sicheren und skalierbaren IT-Architektur, die auch die Nutzung der Cloud betrachtet, als Teil eines technologischen Portfolios, eingebettet in eine moderne IT-Strategie, die lokale und Cloud-Ressourcen sinnvoll verknüpft.
Vom Bottleneck zur Innovation: Warum die Cloud entscheidend ist
Die klassische On-Premises-IT vieler Krankenkassen stößt an ihre Grenzen, wenn es darum geht, neue Technologien wie KI oder hybride Versorgungsmodelle effizient einzubinden. Hier setzt die Cloud an: Sie ermöglicht nicht nur die flexible Integration neuer Services, sondern bei richtiger Nutzung auch die Einhaltung strenger regulatorischer Anforderungen wie der Sozialgesetzgebung (SGB) und der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Die Gesetzgebung hat passend dazu inzwischen den Einsatz von Cloud-Systemen im Bereich der GKV 2024 genauer geregelt („Digital-Gesetz – DigiG“, §393 SGB V).
Ein entscheidender Faktor ist die Kombination aus Sicherheit und Skalierbarkeit. In einer vertrauenswürdigen Cloud-Umgebung können personenbezogene Daten und Sozialdaten sicher und ohne Zugriff durch den Provider verarbeitet werden und somit einen Baustein liefern, um den Betrieb von Anwendungen mit Sozialdatenverarbeitung gesetzeskonform zu ermöglichen. So können Krankenkassen ihre bestehenden Systeme selektiv und schrittweise um Cloud-Technologien ergänzen – ein entscheidender Schritt, um zukunftsfähig zu bleiben und Ressourcen bedarfsgerecht und damit kostengünstiger einzusetzen.
Von KI bis Automatisierung: Die Cloud macht’s möglich
Eine der spannendsten Entwicklungen, die durch Cloud-Technologien realisierbar wird, ist der Einsatz von Large Language Models (LLMs). Diese KI-Modelle eröffnen zahlreiche Potenziale:
- Kundenservice: Automatisierte Antworten auf Anfragen beschleunigen Prozesse und steigern die Zufriedenheit der Versicherten.
- Prozessautomatisierung: Routinetätigkeiten wie Datenabgleiche oder Berichtserstellung werden effizienter und fehlerfreier.
- Datenschutz in der Cloud: Dank der Nutzung der vertrauenswürdigen Umgebung können speziell entwickelte Anonymisierungs- und Pseudonymisierungsservices verwendet werden, um SaaS -Anwendungen aus der Cloud integrieren zu können, ohne konkrete Sozialdaten zu übertragen.
Praxisbeispiel: Die GKV als innovativer Vorreiter
Ein Blick in die Praxis zeigt, wie dieser Wandel gelingen kann. Eine große gesetzliche Krankenkasse hat bereits die erste Ausbaustufe ihrer Cloud-Strategie umgesetzt. Mit der Implementierung des so genannten „System of Reference“ wurde eine Cloud konzipiert und erprobt, die heute bereits in der Lage ist, bestehende On-Premises-IT-Systeme und Cloud-Komponenten in eine hybride IT-Architektur zu integrieren.
Das bedeutet im Detail:
- Hohe IT- und Rechts-Sicherheit: Berücksichtigung der geltenden gesetzlichen Anforderungen und Zero-Trust-Prinzipien gewährleisten Datenschutzkonformität.
- Skalierbarkeit: Dynamische Ressourcenanpassung ermöglicht es, neue Anforderungen flexibel zu adressieren und kostengünstig zu implementieren.
- Effizienz: Verbesserte Prozesse reduzieren Betriebskosten und schaffen Freiraum für innovative Projekte. Zudem können durch die Hybrid-Architektur Cloud- und On-Premises-Systeme kombiniert und damit auch in der Kostenwirkung verbessert werden – auch dynamisch.
Die Cloud als Grundstein für eine zukunftsfähige, effiziente und damit nachhaltige IT-Architektur
Der Einstieg in die zusätzliche Nutzung von Cloud-Diensten ist kein kurzfristiges und kurzlebiges Unterfangen, es bietet bei einer strategischen Neuausrichtung der IT-Strategie ein enormes Potenzial. Krankenkassen, die heute in eine hybride und sichere IT-Infrastruktur investieren, legen den Grundstein für eine zukunftsfähige, effiziente und damit nachhaltige IT-Architektur.
Die Einbeziehung von Cloud-Diensten in die IT-Architektur ist, unter Beachtung der umgebenden Rahmenbedingungen der gesetzlichen Krankenversicherung, eine grundsätzliche und strategische Entscheidung. Diese muss nicht nur technisch und aus dem Blickwinkel der Prozess-IT betrachtet werden, sondern eingebettet sein in die Digitalisierungsstrategie, die zweifellos relevanter wird.
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